Zierfischzucht, leicht gemacht !
Tipps und Tricks aus der Femanga Versuchsanlage. Deutscher Name Prachtbarbe Kennzeichen Männchen rot, Weibchen messinggrün gefärbt Lat. Name Puntius conchonius Familie Barben und Bärblinge Herkunft Indien, Südostasien Größe 6-15 cm Ernährung Allesfresser Beckengröße Ab 70 cm
Wasserbeschaffenheit : PH-Wert, 6-8, Wasser Temperatur, 18-26° C, bis 20 ° dGH, KH bis 15° dKH
Hallo Aquarianer,
zur Zucht der Prachtbarbe sollten von Anfang an gleich größere Aquarien verwendet werden, da diese Art recht produktiv sein kann. Ich verwende in unserer Versuchsanlage Aquarien von 80 cm Länge. Da Barben, wie auch die meisten Salmler Laichräuber sind, sollten wir uns zuerst ein Laichrost bauen. Mann könnte natürlich den Boden mit groben Kies oder Murmeln auslegen, so wie es in den Anfängen der Zierfischzucht gemacht wurde.
Allerdings treten nach der ersten Fütterung Probleme mit der Sauberkeit ( Sauerberhaltung des Zuchtbeckens ) auf, deshalb bauen wir uns mit einfachen Mitteln selber ein Laichrost, das sich immer wieder bewährt. Also, ab in den Baumarkt und Gewebematte gekauft, na vielleicht renoviert ja gerade der Nachbar und man kann ein paar Meter ergattern. Wir messen nun unser Zuchtbecken aus, aber so, das wir nur 1/3 des Zuchtbeckens mit unseren Laichrost versehen.
Weiter geht’s, die geschnittene Gewebematte falten wir nun Ecke für Ecke zu einem flachen Korb, jede Ecke binden wir sofort mit einem kleinen Kabelbinder fest zusammen und zwar so, das keine Lücken mehr vorhanden sind. Befestigen werden wir den Leichkorb mit Ringsaugern, die Sie bei Ihrem Zoofachhändler bekommen. Nun zu unserem Zuchtwasser, je nach Ausgangswasser sollten die Wasserwerte wie folgt sein, GH- bis 6° dGH, KH- bis 3° dKH, PH- Wert 5,5 – 6,5, Temperatur 25°C
Die Gesamthärte und Karbonathärte senken wir entweder durch Zugabe von destilliertem Wasser, oder durch Vollentsalztem Wasser und natürlich kann man auch sauberes Regenwasser verwenden. Den PH-Wert stellen wir uns ein durch die Zugabe von Femanga Aqua Brazil ein oder man verwendet einen ungedüngten sauren Torf.
Den Torf geben wir in einen Netzbeutel, den Sie bei Ihrem Zoofachhändler bekommen. Nach erreichen des gewünschten PH-Werts entfernen wir den Beutel mit dem Torf aus unseren Zuchtbecken. Sind die Wasserwerte eingestellt, kann es losgehen. Den Laichkorb im Zuchtbecken mit Ringsaugern befestigen und zwar so, das wir für unsere Zuchttiere etwa eine Wassertiefe von 10 cm in unserem Laichkorb haben. Der gesamte Wasserstand sollte bei Zuchtbeginn nicht höher als 30 cm sein.
Nun zu unsern wichtigsten Akteuren, Ihr Zoofachhändler kann Ihnen dabei helfen, geeignete Zuchttiere auszuwählen, oder zu beschaffen. Ich setzt bei unserer Zucht immer mehrere Tiere in den Laichkorb, da auch bei den Zierfischen die Weibchen wählerisch sein können, also nicht immer mit den ausgewählten Männchen laicht. (Produktive Arten / 2 Weibchen und 2 Männchen ). Salmler setze ich nur im Schwarm zur Zucht an, aber dazu später.
Sind die Zuchttiere gefunden, werden sie nun vorsichtig unter Anpassung an das Zuchtwasser in den befestigten Laichkorb in unserem Zuchtbecken gesetzt. Das ablaichen findet meistens in den frühen Morgenstunden, beim ersten Licht oder gegen Abend statt. Haben die Tiere erfolgreich abgelaicht, entfernen wir die Zuchttiere sowie den Laichkorb aus unserem Zuchtbecken.
Um eine Laichverpilzung zu vermeiden, sollte man eine Zugabe von Metylen-blau machen, dass vorher in Wasser gelöst wurde. Ihr Apotheker wird Ihnen sicherlich eine solche Lösung herstellen, dass es sich dabei nur um ein Sauerstoffsalz handelt. Soviel zugeben, dass das Zuchtwasser leicht blau gefärbt ist. Die Jungtiere schlüpfen je nach Temperatur nach ca. 30 Stunden und schwimmen nach weiteren 4 tagen frei und müssen nun das erste Futter bekommen.
Die meisten Barben nehmen schon nach dem Freischwimmen frisch geschlüpfte Artemia Larven, aber zur Sicherheit sollte man in den ersten 2 Tagen, Rädertierchen oder Pantoffeltierchen füttern. Ansätze dafür bekommen Sie bei Ihrem Zoofachhändler. Man kann natürlich auch getrocknete Zuckerrübenwürfel verwenden, oder auch eine getrocknete Bananenschale.
Ansatz wie folgt, ein Gefäß von etwa 2 Litern Inhalt säubern und mit Aquarienwasser füllen, dann die Bananenschale oder den Rüben Würfel dazu geben. Nach ca. 2 Tagen sammelt sich das gewünschte Futter dicht unter der Oberfläche, wo man es dann mit einer Spritze leicht absaugen und gezielt füttern kann.
Artemia sollten aber schon angesetzt sein. Kulturgeräte und die nötigen Artemia bekommen Sie bei Ihrem Zoofachhändler. Sind unsere Jungfische dann soweit, das diese Artemia fressen, sollte der Wasserstand in unseren Zuchtbecken jeden Tag um einige cm erhöht werden. Nur soviel füttern, wie gefressen wird. Futterreste sollten täglich abgesaugt werden.
Je mehr Wasser gewechselt wird, desto schneller wachsen die Jungfische. Beim Wasser- wechseln, immer das Wasser mit Aqua Fit aufbereiten und auf eine angepasste Wassertemperatur achten. Mit zunehmenden Wachstum der Jungfische muss man das Futter umstellen, z.B., Zugabe von Cyclops und feinem Trockenfutter.
Ist die Zahl der Jungfische groß, sollte man diese früh genug auf mehrere Becken verteilen, damit ein gleichmäßiges Wachstum gegeben ist. Ich hoffe, dass ich soweit alles verständlich dargestellt habe, bin aber immer gerne bereit Ihre Fragen zu beantworten.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg, bei vielleicht Ihrem ersten Versuch Zierfische nach zuzüchten und hoffe Sie sind beim nächsten mal, der Zucht vom Trauermantel Salmler wieder dabei.
Viel erfolg wünscht Ihnen,
Femang / R.Bove
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